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HELMUT TROST

Was Bildungsschranken sind und wie schwer es ist, sie zu überwinden, habe ich selbst erfahren. Meine Eltern stammten aus einer Landarbeiterfamilien in Mecklenburg und Sachsen. Kindergärten waren überhaupt kein Thema. Für sie und Generationen vorher war auch der Gedanke an ein Studium etwas, was in ihrer Welt überhaupt nicht vorkam. Ich selbst bin zunächst Schüler einer kleinen Volksschule in einem westfälischen Dorf gewesen. Wenn nicht mein damaliger Klassenlehrer – den ich hoch verehre und den ich vor einigen Jahren wieder getroffen habe – so nachdrücklich dafür geworben hätte, hätte ich diese Volksschule wohl nie verlassen. Dank seiner Förderung und Fürsprache habe ich dann eine weiterführende Schule besuchen dürfen. Ich bin mir sicher, dass auch andere Kinder aus meiner Klasse dazu in der Lage gewesen wären, doch für sie öffneten sich die Schranken leider nicht.

Darum bin ich für gute Bildung von Anfang an. Jedes Kind hat das gleiche Recht auf eine gute Bildung – als Grundlage für ein erfülltes Leben und als Eintrittskarte für gute qualifizierte Arbeit. Ganz konkret: Bis 2013 wird die SPD den Besuch von drei Kindergartenjahren fünf Stunden täglich vor der Schule kostenfrei ermöglichen. Das hat für mich allerhöchste Priorität. Das Recht auf gute Bildung für alle wird nur durch ein Bildungssystem erfüllt, in dem die individuelle Förderung das Leitprinzip ist.

Wer studieren kann und will, darf nicht aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen davon abgehalten werden! Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie hoch solche Hürden sein können. Mein Studium in Münster und Bielefeld konnte ich nur deshalb erfolgreich zu Ende bringen, weil ich parallel als Krankenpflegehelfer arbeitete. Diese zusätzliche Belastung - ich war in einer Psychiatrieklinik der Anstalt Bethel als Nachtwache eingesetzt - verlängerte das Studium erheblich. Gleichzeitig verschlechterten sich die Arbeitsplatzaussichten. Deshalb ist für mich klar: Es dürfen keine zusätzlichen Hürden aufgebaut werden. Das Erststudium (unter Einschluss eines Masterstudienganges) muss gebührenfrei bleiben. Der Bund muss die BaföG-Förderung auch künftig regelmäßig anpassen, dafür muss sich unser Land im Bundesrat nachdrücklich einsetzen.

Die Flensburger Hochschule muss eigenständig bleiben! Das steht klipp und klar im Regierungsprogramm der SPD. Mit einer entsprechenden Initiative auf dem Programmparteitag habe ich dafür gesorgt, dass diese glasklare Formulierung aufgenommen wurde. Wir Sozialdemokraten setzen für die Zukunft vor allem auch auf die Chancen, die die Zusammenarbeit mit der Süddänischen Universität bietet. Wir wollen mit der Hochschule und externen Experten einen Masterplan „Wissenschaftsstandort Flensburg“ erarbeiten und umsetzen.






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